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Friling

Sächsischer Friling


Die Abgrenzung zwischen fränkischer, sächsischer, dänischer und slavischer Zugehörigkeit ist fließend und auch nicht zwingend erforderlich, da durch Beute, Transfer und Siedlungsverschiebungen auch die Vermischung von Ausrüstungs- und Bekleidungselementen wahrscheinlich war.

Liberi, Frilinge, Freie

Wer die Liberi der Sachsen waren, ist immer noch umstritten. Die herrschende Meinung bezeichnet die Liberi als Gemeinfreie. Die Liberi waren in der Regel freie Bauern. Sie waren abgabepflichtig, aber frei und genosse nauch Freizügigkeit. Vermutlich haben sie in einem losen Abhängigkeitsverhältnis zum Adel gestanden, nämlich zu einem Grundherrn. Die Liberi standen, obwohl sie Freie waren, vermutlich am unteren Rand des Niveaus der fränkischen Gemeinfreien. Der Freie in Sachsen beanspruchte nur das eineinhalbfache Wergeld des Halbfreien, während der Freie in anderen germanischen Rechte im allgemein das doppelte hatte. Vom Standpunkt der Liberi aus gesehen bedeutet das eine starke Minderung der Stellung der Freien. Der Freie war durch eine ungeheure Kluft vom Adel getrennt.
Nach dem Bericht Nithards versuchten die Liberi und die Sklaven, bzw. die Laten, im Stellinga-Aufstand 841-843, den status quo ante wieder herzustellen, da sich,die Stellung der unteren Schichten massiv verschlechtert hatte, während die Position des Adels gestärkt wurde.
Das Wergeld der Freien ist in der Lex Saxonum nicht ausdrücklich angegeben, weil die Lex Saxonum in der Perspektive des Adels geschrieben ist. Über die Stellung des Freien bietet die Lex Saxonum nur unzureichende Informationen. Man stimmt an, daß das Wergeld der Freien 240 solidi minores betragen hat.
Am Heiratsverbot zwischen den Adeligen und den unteren Ständen kann man diese Kluft erkennen.