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eostara

 
 
"Am Abend vor der Feier versammelte man sich an heiliger Kultstätte, hielt das Opfermahl, wozu jeder beisteuerte, unter Tanz und Gesang ab und zog am anderen Morgen vor Sonnenaufgang um die Saatfelder in langer Prozession, voran der Priester, in der Mitte die Götterbilder in weißer Umhüllung und am Schlusse die zum Opfer bestimmten Tiere. Unter den heiligen Eichbäumen oder am heiligen Quell machte der Zug halt, der Priester segnete die Feldfrüchte und flehte, gegen Sonnenaufgang das Antlitz gerichtet, die Götter um Schutz und Schirm vor Unwetter, Hagel und Mißwuchs, um Segen für Saat und Vieh an. Bei der Rückkehr wurde das Götterbild an den altheiligen Ort zurückgeführt, in den Tempel oder an heiligen Bäumen aufgehängt oder auf Baumstämmen aufgestellt, das gemeinschaftliche Opfer gebracht und das Opfermahl gehalten. Der Gottheit wurden Tiere geschlachtet, Brot, Eier, Pflanzen und Früchte des Feldes geopfert und Feuer angezündet. Unter dem Singen feierlicher, alter Weisen tanzte man jauchzend um den brennenden Holzstoß, steckte verglimmte Scheite des Opferfeuers gegen Hagel und Blitz in die Felder oder streute Asche darauf."
(Bericht der Äbtissin Marcsvid vom Kloster Schildesche bei Bielefeld von einem Frühjahrsumzug, 10. Jh.) [3]
 
 
Die Terminierung des kirchlichen Osterfestes auf den Sonntag nach dem ersten Vollmond, welcher auf die Frühlingsgleiche folgt, deutet darauf hin, daß diese früher an Eostarmanoth, dem Mond der Morgenröte, des Ostens... gefeiert wurde.

Böse Geister vertreiben

  • Peitschenknallen/Paascheierknallen im Alstertal
  • Am Ostermorgen müssen alles Ecken im Haus mit einem in den Zwölften gebundenen Besen ausgekehrt werden (Mecklenburg)
  • Am Charfreitag soll vor Sonnenaufgang das Vieh mit Kreuzdornruthen gepeitscht werden, damit die Hexen es nicht besetzen - kann im Umkehrschluß auf das Stäupen des Viehs als Fruchtbarkeitsstimulanz im Namen der Göttin verstanden werden.
  • Eichhörnchen, Fuchs und Rotkehlchen jagen - Donars Feuer Farbe (Harz)
  • Den Geck hetzen...
  • Mit Lappen behangene Strohpuppe ins Wasser werfen

Das Böse [*bausja -"gering, schlecht"] vertreiben heißt nichts anderes, als das die Fruchtbarkeit hemmende beiseite zu schieben. Die Dämonisierung in der Hexenvertreibung deutet auf eine vormalige Anrufung der/einer Fruchtbarkeitsgöttin hin, ihren Beitrag zum Heil des ihr dargebotenden Objekts zu leisten.

 

Sehen - Segnen - Schutz

  • Vor Sonnenaufgang Osterwasser als Zauberwasser für Augen und Schönheit schöpfen - es muß dabei  geschwiegen werden; im Alstertal zogen die Dorfmädchen zu Bächen und Quellen - die Burschen versuchten sie durch Scherze zum Lachen zu bringen.
  • Alles mit Osterwasser besprengen

    Das (wieder verfügbare) Wasser muß Zauberkraft haben, es belebt die Natur...

Wachstum - Fruchtbarkeit - SCHUTZ

  • Grüne Birkenzweige, Haselruten binden, mit Weidenzweigen schmücken
  • Buchsbaumzweige oder Haselnuß als Blitzschutz unters Dach
  • Ruten im Viehstall zwischen die Sparren - als Schutz vor bösen Geistern - stecken
  • "Die Ruthen steckt man in Mecklenburg nach dem Viehauspeitschen an einen Ort, wohin weder Sonne noch Mond scheint." (Ähnlich wie die Nachgeburten in den Keller an der östlichen Wand oder unter die Dachtraufe?)
  • Karfreitag vor Sonnenaufgang wird die Wünschelrute geschnitten.
  • Ein Gründonarstagsei kann vor Blitz, Krankheit und Hexen schützen.
  • "Vom Thor kommt auch noch her, daß man am grünen Donnerstag sich einen grünen Kohl, vornehmlich von jungen Nesseln kocht und also des Thors Abendmahl hält" (Mecklenburg)
  • Osterspeisen werden geweiht...
  • Die Schalen der weich gesottenen Eier müssen so zerkleinert werden, daß keine Hexen drin nisten können...bedeutet nichts anders, als daß die/eine Fruchtbarkeitsgöttin als Repräsentantin des Frühlings im Ei dargestellt worden ist. Die ersten Frühlingseier sind somit Geschenk/Segen des Frühlings in Gestalt einer Göttin. Die Dämonisierung später will dieses Vorgang als "böse" darstellen und ihn verhindern.
  • Die Zauberkraft der Erle, die wohl von der rötlichen Farbe ihres Saftes herrührt, kann der Bauer auch in der Weise benutzen, daß er sein Samengefäß ganz und gar aus Erlenrinde herstellt. In das besäte Feld steckt er einen Erlenstock, mit dem eine Schlange getötet worden war, oder er legt einen aus Erlenholz gemachten Quirl auf den Acker. [19]


Die gerade fruchttragenden Gewächse und die Frucht selbst werden verspeist, als Opfer den dargeboten oder zum Schmücken derselben benutzt...

 

FEUER - SONNE - LICHT - WÄRME

  • Brennmaterial für's Osterfeuer sammeln
  • Osterfeuer, Funkenfeuer, Scheibenschlagen (Norddeutschland)
  • Am Ostermorgen macht die Sonne drei Freudensprünge (Mecklenburg)
  • Nachts auf die Höhen wandern, um die Sonne hüpfen zu sehen (Schlesien)
  • In der Wilstermarsch stecken die Knechte und Jungen große brennende Scheite am Osterabend in die Weiden; das nennt man Ostérmaenlüchten. Im östlichen Holstein zündet man am Osterabend, aber auch am Johannisabend, solche Feuer auf Hügeln und Wegen an ... ruft man beim Aufsteigen jedes neuen Feuers, dessen man sichtig wird: Ostermaan! Ostermaan! [10]

 

 Das wiedererstarkende Licht, der Frühling wird begrüßt und nachempfunden...

Die Luft(geister?) werden vertrieben,
des Wassers Zauberkraft genutzt,
Licht wird mit Licht begrüßt
und genossen das Fruchtbare der Erde