Startseite | Impressum | Kontakt | Seitenübersicht | Archiv

blod

Bitt- und Dankopfer in den Jahresfesten lassen sich unterscheiden:
 
Weißt Du zu ritzen
weißt Du zu raten
weißt Du zu färben
weißt Du zu fragen
weißt Du zu bitten
weißt Du zu senden
weißt Du zu schlachten [5]
 
Der arabische Diplomaten Ibn Fadlan, beschreibt um 932, ein Bittopfer:
[Der Kaufmann] nimmt eine Anzahl von Schafen und Rindern und schlachtet sie. Einen Teil des Fleisches gibt er als Almosen, den Rest nimmt er und wirft ihn zwischen den großen Pfahl und die kleineren [also zwischen die Götterbilder]. Die Schädel der Rinder und Schafe hängt er an den in der Erde steckenden Pfosten auf. In der Nacht kommen Hunde und fressen alles auf. Der Mann, der das getan hat, aber sagt: Offenbar ist mein Herr mit mir zufrieden, denn er hat alles Opfergaben verzehrt.
 
Disablot - Disenopfer - soll in Skandinavien at vetrnóttum, zu Winterbeginn im Oktober stattgefunden haben.[6]
 
 

Kirchweih - Kirchmeß - Erntedank - Rituale

Betrachtet man die in den verschiedenen Gauen Deutschlands bei der Kirmesfeier üblichen Gebräuche näher, so erkennt man deutlich, daß das Kirchweihfest, wenngleich scheinbar christlichen Ursprungs, doch nur als Anhaltspunkt für die Fortdauer heidnischer Gewohnheiten gedient hat. Das Begraben der Kirmes, der Hahnenschlag und Hammelritt sind entschieden Ueberreste eines alten Dank- und Opferfestes, für welches auch der Platz und namentlich der Stein unter der Linde spricht, auf dem der Hammel geschlachtet wird, und das Roßhaupt als Symbol der Kirmesfreude, noch mehr aber das Bild des heiligen zachäus auf seinem Schimmel erinnern offenbarf an Wuotan, dem das Pferd geheiligt war und dem man die Opfer als Dank für die beenigte Ernte brachte. Wie auf den Michaelistag als einen Hauptkirchweihtag, so gingen auch auf die anderen Kirchweihfeste einzelne Züge des ehemaligen Erntefestes über, und die Umzüge in Hessen mögen den Gott selbst vergegenwärtigen sollen, wie er, auf weißem Rosse reitend, Opfer empfangend und Segen sspendend, im Lande umherziehend gedacht wurde.

Vielleicht sind auch die Kirchweihtage nur die ins Christentum mit hinübergenommenen von Hain zu Hain wandernden Gerichtstage, an welchen der ganze Gau teilnahm, und die mit Opfer, Jahrmarkt, Gelagen und Volksspielen verbunden waren. Die Kirche ließ die Feier bestehen und schob bloß christliche Namen und Deutungen unter, und so gingen diese Versammlungen mit ihren Festlichkeiten aus den Hainen auf die Kirchhöfe über, welche von dem Asyl, das sie einst den Lebenden gewähren, Friedhöfe heißen, und nahmen von der Herbstzeit, in die sie zum großen Teil verlegt wurden, allmählich das Wesen und den Charakter der Erntefeste an, womit sich auch die von Alters her bei denselben üblichen Bräuche verbanden.[35]

 

  • Schwingtage - an denen Flachs und Hanf gereinigt werden.
  • Schwingtagelieder: Moll, uralt, Kehrreime, Vorsängerin oder als Rundgesang von Mund zu Mund.
  • Nachmittags zwischen eins und zwei eilen alle auf eine Anhöhe und jauchzen, gen Osten gewandt, mit erhobenen Händen dreimal aus voller Brust.
  • Minnetrunk aus Wein oder Honigwasser mit Anisbranntwein und Bröckchen aus Honigkuchen wird unter Gesang in der Runde herumgereicht und damit von den Mädchen den Burschen zugetrunken.
  • Das Gericht dazu ist Hirsebrei und Mehlkuchen.
  • Nachts Spiele und Reigen, dabei füttern die Mädchen ihren Liebsten.
  • Vorzugsweise Freitag als Schwingtag als Bezug zu Freyja oder Holda, der Paronin des Flachsbaues und der Spinnerinnen.
  • Die Linde, der heilige Baum der Holden, spielt in den Schwingtagsliedern eine große Rolle.
  • Mit Katzendärmen oder Saiten überspannte Pferdeschädel schnurren zum Tanz.
  • Wer im Lüneburgischen zu spät den Flachs bricht, wird mit dem Strohmann - Schewekerl - einer mit Flachs oder Hanf ausgestopften Puppe daran erinnert.
  • Ein Spieleverlierer erhält ein Strohkostüm, wenn er eingefangen wird und darf erst abends zum Hart- oder Flachstanz wieder mitmachen.
  • Masken und Verkauf vergoldeter und verzierter Hörner.
  • .. in Alter Zeit die Kirchweih für einen Kukuk verkauft.
  • Die Kirchweih (Flasche Wein), auch eine Stroh(puppe) wird bis zum nächsten Jahr vergraben.
  • Die Linde wird mehrfach umrundet, auch umtanzt.
  • Ein geschmückter Hammel wird unter die Linde geführt und verheiratete Frauen/Männer kämpfen gegen Mädchen/Burschen um den Besitz.
  • Früher wurde ein Roßhaupt vergraben...später wird das Bild des heiligen Zachäus auf eine Stange gesteckt, mit Blumen und Bändern geschmückt ins Dorf getragen.
  • Begräbnis der Kirchweih: kreidebeschmierte Gesichter, wie in der Fastnachtszeit Teufelsgestalten... Selbst die weiße Frau (Hulda oder Berchtha) wurde dargestellt.
  • Rosmarinstengel als Schmuck...
  • Tanz um die älteste Linde unter welcher sich ein großer Runder Stein einem Tisch ähnlich auf einzelnen kleineren Steinen gestützt erhebt.
  • Hammelreiten
  • Hahnenschlag
  • Am 16. oder 18. Oktober - entspricht dem Vollmond nach Monatsbeginn - beginnt der Winter. An anderen Orter ist dies der beginn des Altweiber- oder Brittsommers. Zu diesem Zeitpunkt muß die Ernte beendet sein!